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	<title>Container UniSeminar Curating the City &#8211; Kultur als Stadtentwicklung &#187; Container Uni</title>
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	<description>Ein temporärer Campus der Zeppelin Universität Friedrichshafen</description>
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		<title>ContainerUni Official Opening 25. Januar 2013</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jan 2013 17:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Container Universitaet</dc:creator>
				<category><![CDATA[News, Bits & Pieces]]></category>
		<category><![CDATA[Seminar Curating the City - Kultur als Stadtentwicklung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie aus dem Nichts ist in den letzten Monaten die ContainerUni entstanden. Das temporäre Projekt der Zeppelin Universität ist der erste vollwertige Universitäts Campus am Fallenbrunnen. Wer hätte gedacht, dass mit Standardcontainern modellhaft Stadtentwicklung gemacht werden kann? Wir sind stolz auf dieses Experiment und feiern diese ungewöhnliche Verbindung von Kunst, Architektur, Wünschen und Lehre. Mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie aus dem Nichts ist in den letzten Monaten die ContainerUni entstanden. Das temporäre Projekt der Zeppelin Universität ist der erste vollwertige Universitäts Campus am Fallenbrunnen. Wer hätte gedacht, dass mit Standardcontainern modellhaft Stadtentwicklung gemacht werden kann? Wir sind stolz auf dieses Experiment und feiern diese ungewöhnliche Verbindung von Kunst, Architektur, Wünschen und Lehre.</p>
<p><a href="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2012/09/containeruniopeningpostcard03.resized.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1292" alt="containeruniopeningpostcard03.resized" src="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2012/09/containeruniopeningpostcard03.resized.jpg" width="800" height="450" /></a>Mit einem Feuerwerk aus Musik, Ausstellung und Performance eröffnet die ZU die CU und testet das Provisorium als Auftrittsort. Balkons, Terrassen und Zwischenräume werden zur Bühne, Blickbeziehungen ins Licht gesetzt. Die oberammergauer Band Kofelgschroa verwandelt die Containerlandschaft in eine &#8220;alpine Situation&#8221;. <a href="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2012/08/mondcontainer_Seite_42.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1454" alt="Open Test Haus CU Eröffnung" src="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2012/08/mondcontainer_Seite_42.jpg" width="4608" height="2592" /></a></p>
<p>Studierende kuratieren und inszenieren, pflanzen der Uni ein Herz ein. Installationen schaffen neue Atmosphären, DHBW und ZU feiern Völkerfreundschaft, Künstler und Architekten führen Sie in das ausgefuchste Gestaltungskonzept ein, die PA im Hangar wird zum ersten mal angefahren, neue Partyformate erprobt.</p>
<p>Kofelgschroa sind 4 junge Männer aus Oberammergau, die seit ihrer Jugend zusammen musizieren. Aufgewachsen in klassisch alpenländischen Blasmusiktraditionen, ist die Musik des Quartetts durch Bach, Dubstep, Ennio Morricone und Cooljazz geschult &#8211; abstrahierte und manchmal konzeptuelle, betörend harmonische Bläsersätze. Bei einer vor-Ort-Recherche sagten die Vier über die ContainerUni: Das ist ja eine quasi alpine Situation. Mal sehen was sie daraus machen&#8230;.</p>
<p>Telefon mitbringen! Beim Battle of the Smartphones bestimmen Sie die Musik. Erlaubt sind: Smartphones, Handies, iPhones und iPods, MP3-Player. Nicht zugelassen: Laptops, Netbooks, iPads und größeres Gerät. Jeder Song kriegt 60 Sekunden &#8211; wenn dann weniger als drei Personen tanzen, kommt der Nächste dran. Das Cultural Planning Seminar inszeniert und beleuchtet die gesamte CU, macht Ausstellungen, belebt den rotierenden Bernhard Shaw Gartenfolly mit einer Schreibperformance und installiert Soundscapes und Filme.</p>
<p>Das Hand &amp; Kopf Seminar führt durch die CU, stellt Kunst und die selbstgebaute Möblierung des Hangars vor. Machen Sie im Mondcontainer eine Reise in die vergangene Zukunft, lassen Sie sich auf den Bodenseeblick-Terrassen den kalten Wind um die Nase wehen! <a href="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2012/09/2012-09-18-15.52.08.resized1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-847" alt="Baustellenführung anyone?!" src="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2012/09/2012-09-18-15.52.08.resized1.jpg" width="576" height="768" /></a></p>
<p>3 FLOORS &amp; A ROOFTOP &#8211; Aftershow Party im selbstorganisierten Open Test Haus. Natürlich komplett unter studentischer Kontrolle. Eignen Sie sich diesen aufregenden Raum für Friedrichshafen an. Seien sie dabei: ContainerUni Official Opening Fallenbrunnen 17/2 Friedrichshafen Freitag, 25. Januar 19 Uhr http://www.containeruni.de Anmeldung erbeten unter event@zu.de &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; ContainerUni &#8211; Ein temporärer Campus der Zeppelin Universität Mit elf Seminarräumen, 60 Mitarbeiterbüros, einem Check-In, einem vollwertigem Café und einer improvisierter Mensa, mit Arbeitsräumen und einem Open Test Haus ist die ContainerUni der erste vollwertige Uni-Campus am Fallenbrunnen. Die ZU nutzt das Provisorium als räumliches Experiment, das Kunst, Architektur und Lehre auf neuartige Weise verknüpft. Ideen von Studierenden und Mitarbeitern addieren sich zu einem improvisierten Gesamtwerk, dass die traditionellen Grenzen von Kunst, Stadtplanung und Universität erweitert und herausfordert. 160 Standardcontainer, ein Leichtbau-Hangar und die Inserts bilden eine Terrassenlandschaft mit Aufenthaltsqualität, Sonnenbadepotential und Blickbeziehungen. Dieser kommunikativer Raum vernetzt sich mit der benachbarten DHBW, verbindet sich mit den anderen Nutzern des Fallenbrunnens und bricht fröhlich aus dem Kasernengrundriss aus.</p>
<p><a href="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2013/03/featured_archigram.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1530" alt="feat_archigram" src="http://containeruni.de/wp-content/uploads/2013/03/featured_archigram.jpg" width="1140" height="450" /></a>Auch die Innenräume bekamen ihr Profil durch eine Wunschproduktion, die die Künstler Margit Czenki und Christoph Schäfer im Herbst 2011 in Gang setzten. Wünsche der Mitarbeiter und Studierenden wurden mit dem Architekturbüro quartiervier zugespitzt und zur Baureife entwickelt. So sind Innenräume mit unterschiedlichen Profilen und Zuschnitten entstanden, die der CU Charakter und Individualität geben, wie man sie dem Standardelement Container nicht zutrauen würde. Mit verantwortlich dafür: mutige ästhetische Entscheidungen von Mitarbeitern (Goldtapete, Jägerzimmer, OSB-Baumarktplattenvollverschalung), der support für künstlerische Konsequenz durch die Geschäftsleitung der ZU, von Studierenden selbst beschaffte, veränderte Möbel &#8211; etwa die gesamte Cafèbestuhlung des Hangar -, und die bereits erwähnten Inserts. Inserts nennen wir kleine Räume, die aus der Logik der Universität herausfallen. Der rundum gepolsterte Mondcontainer, der DDR-Wohnwagen Nagetusch und der Nachbau von G.B. Shaws drehbarem Gartenhäuschen, funktionieren wie follies &#8211; wie verspielte Lustpavillions in romantischen Gärten des 18ten Jahrhunderts. Aus den Inserts leiten sich die Motive und Themen der einzelnen Häuserblöcke ab. Die nur mit dem Mittel der Schablone, mit Gaffer-Tape und Tesa-Pack realisierten Wandgestaltungen, spielen auf Utopien, Ideen und Versprechen vergangener Epochen an. Als künstlerisches Leitthema der CU setzen sich diese Motive -wie das Bauprojekt selbst &#8211; mit dem zu Ende gehenden Zeitalter der industriellen Standardisierung auseinander, das abgelöst wird von einem Zeitalter möglicher Massenkreativität. Dieses Thema wird die ContainerUni in Form von Symposien und Events begleiten &#8211; um als Plattform des Austauschs in die industriell geprägte Stadt Friedrichshafen hereinzuspielen.</p>
<p>Auch das komplette Leitsystem der CU ist improvisiert aus Gaffer-Tape &#8211; es liefert alle notwendigen Informationen, bricht aber immer wieder aus der Wegweiserlogik aus, wandelt sich zur Dekoration, kommentiert die Architektur &#8211; und macht sich über sich selbst lustig. ContainerUni Team Artistic Subcurators: Margit Czenki &amp; Christoph Schäfer Architects: QuartierVier Für die ZU Geschäftsleitung : Katja Völcker http://containeruni.de containeruni@zeppelin-university.net</p>
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		<title>5 Aufgaben &#8211; suchen Sie sich eine davon aus:</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Oct 2012 11:08:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Container Universitaet</dc:creator>
				<category><![CDATA[News, Bits & Pieces]]></category>
		<category><![CDATA[Seminar Curating the City - Kultur als Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Für alle: Zeichnen Sie eine Karte von Friedrichshafen. Wo ist das Herz der Stadt? Wo ist das Zentrum? Wo ist der leidenschaftlichste Ort? &#160; Einige Aufgaben: Suchen Sie sich eine davon aus. &#160; Briefing # 1: &#160; Am See treffe ich Jens. Seine Frau arbeitet in der Bibliothek. Wir kommen ins Gespräch über Friedrichshafen und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle:</p>
<p>Zeichnen Sie eine Karte von Friedrichshafen.</p>
<p>Wo ist das Herz der Stadt?</p>
<p>Wo ist das Zentrum?</p>
<p>Wo ist der leidenschaftlichste Ort?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einige Aufgaben: Suchen Sie sich eine davon aus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Briefing # 1:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am See treffe ich Jens. Seine Frau arbeitet in der Bibliothek. Wir kommen ins Gespräch über Friedrichshafen und den Umbau der Stadt im Zeitalter der Massenkreativität. Jens erzählt mir von seinem Schwiegervater: Der hat bei ZF oder einer dieser großen Betriebe gearbeitet. Zuhause hat er einen Schuppen voller Schrott. Als ein Grill fehlt, baut er eine alte kaputte Waschmaschine zu einem Grill um. Jens ist begeistert von dem neuen Gerät &#8211; extrem groß und derart praktisch &#8211; den muss man gesehen haben! Und alles ausschließlich aus Schrott gebaut. Jens ist beeindruckt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kennen Sie auch jemand, der eine Alltagserfindung gemacht hat? Beschreiben Sie den Menschen und sein Produkt. Könnte diese Person ihr Wissen, ihre Idee, in einem 10 Minutenvortrag vorstellen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Briefing # 2:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Europa, 15 Jahre nach dem 2. Weltkrieg: Die Produktion funktioniert wieder, keyneseyanische Wirtschaftspolitik und die Verbreitung des Autos lassen die Vorstädte wachsen, Arbeit ist ohne Ende da und produziert Wohlstand und Reichtum, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Der Kapitalismus entfaltet auf beeindruckende Weise seine Kräfte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch einige junge Leute langweilen sich zu Tode: Trotz Wohlstand wird das Leben fad, der Rhytmus von Arbeit, Schlafen und dem Verkehr dazwischen ist ihnen zu öde und reduziert die Stadt, das Leben auf ein Anhängsel eines omnipotenten Produktionsapparats. Paris, die Stadt der Boheme und der Revolte, wird zum Sammelbecken der Unzufriedenen. Ein junger Mann schreibt sich einen Slogan auf seine Hose: Ne travaillez jamais &#8211; Arbeite nie! Wie, fragen sich einige, kann man dieser Ordnung entkommen? Dem totalen Zugriff des Warencharakters, der sich über alle Gegenstände und menschlichen Beziehungen zu legen scheint, entkommen? Die Situationisten entwickeln das derive &#8211; die Technik des Umherschweifens. Sie überlegen sich Spiele, um aus der Ordnung des Alltags auszubrechen: per Flaschendrehen an jeder Kreuzung die Richtung wechseln. Dem psychologisch stärksten Sog folgen. 2 Wochen am Stück nie Zuhause schlafen. Sich verlaufen. Abenteuer erleben. In der Stadt die Nord-West-Passage ins Imaginäre finden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Friedrichshafen (in vielen Städten), lernt man oft nur Leute kennen aus der eigenen Branche, Szene, Studium, Beruf &#8211; oder auf der Suche nach einem Freund/Freundin, Flirt. Wir möchten, dass Sie ein anderes Abenteuer erleben: Lernen Sie jemand Neues kennen. Jemand, der nicht an der ZU studiert. Wie stellen Sie das an? Wo geht das in Friedrichshafen? Wo fangen Sie an? Und wen lernen Sie kennen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Briefing # 3:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auf der Suche nach Stoff fällt mir erstmals auf, dass es in Friedrichshafen kein Kaufhaus gibt. Dann bemerke ich die Welt der Einzelhändler: mehrere Läden für Stoff und Nähmaterial, ein Händler für Nähmaschinen mit einem Geschäft mit Blick auf den See &#8211; undenkbar in anderen Städte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a name="more-117"></a>Beim OBI fragen wir einen Herren nach einer <em>Makita</em>. Die gäbe es in keinem Baumarkt zu kaufen, bekommen wir zur Antwort, und das habe nichts mit Ressentiments gegen fernöstliche Produkte zu tun. Eine wahre Aussage, denn wie wir später feststellen würden, spricht unser Mann neben Bosch – auch fließend Shaolin.</p>
<p align="LEFT">Und ist um so vieles fachkundiger, als jeder Baumarktverkäufer, den wir je in Hamburg getroffen habe, sodass er uns im Handumdrehen ein akkutechnisch aufeinander abgestimmtes Ensemble aus Bohrer, Säge, Schleifmaschine verkauft. Ausserdem weiß er sofort, welche Maschine ich mit der Bezeichnung “…dieses neue Wundergerät, das wie Butter senkrecht in Holzplatten reinschneiden kann” meine. Haben wir auch gleich mitgenommen.</p>
<p>Neugierig geworden, was wir mit dieser Boschfamilie eigentlich vorhätten zu tun, bekommt er ganz leuchtende Augen bei der Erwähnung unseres Seminarbauvorhabens <em>George Bernhard Shaws drehbares Gartenhäuschen</em> (siehe: Gesamtkonzept). Und bietet uns gleich noch praktische Hilfe an! Nett.</p>
<p>Zum Kauf des <em>Damenrevolvers</em>, eines winzigen Boschakkuschraubers mit einem eingebauten bit- &amp; Spax-Set in Form einer Revolvertrommel, können wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht entscheiden. Dafür gelangen wir auf diesem Wege zum nächsten Gesprächsthema, nämlich dem durch unseren Verkäufer verhinderten Bankraub.</p>
<p>“Ich habe nur etwas relativ hartes in meinem Rücken gespürt, und da ging schon mein Arm raus. Das ging ganz automatisch, ohne Nachzudenken. Der lag sofort am Boden. Alles war voll Blut. Als die Polizei kam, sagten die: den können wir nicht verhaften, der hat den Kiefer gebrochen, der muss erstmal ins Krankenhaus. Aber man muss auch dazu sagen: Kampftraining, seit ich 8 Jahre alt bin. Rat mal was? Genau: Kung Fu. Und zwar nicht irgendeins, sondern Shaolin Kung Fu. Ich war ein Jahr lang im Kloster in China. Da gibt es mehr, als die Achte <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&amp;v=65GQtH6pzTY">Kammer der Shaolin</a>. Nämlich 17 Kammern.”</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Haben Sie auch schon Einzelhändler oder Fachverkäufer in Friedrichshafen kennengelernt? Wie ist deren Sicht der Dinge? Und wie ließe sich das darstellen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Briefing # 4:</p>
<p>Henri Lefebvre war genervt von der zunehmenden Kontrolle der Städte durch Industrie, Markt und Staat. Wo könnte eine Widerständigkeit stecken, gegen die Reduzierung des Alltagslebens auf pure Funktionalität? 1972 hält er eine Vorlesung und behauptet: die urbane Revolution geht vom Wohnraum aus. Denn nur hier, im übersehenen Bereich des Privaten, hätten sich Wünsche und Vorstellungen erhalten, hier sei die Sprengkraft des Imaginären verkapselt, die über das Zweckrationale hinausweist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gehen Sie in die Wohnung eines Freundes, Bekannten oder Fremden. Fotografieren Sie Gegenstände, die über das Funktionale (Nahrung, Schlafen, Arbeit) hinausgehen. Fotografieren Sie Gegenstände, mit denen sich etwas (materielles oder immaterielles) produzierenlässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gibt es Gegenstände (Möbel, Bilder, Geräte&#8230;.) die Sie an eine vergangene Epoche, eine vergangenes Jahrzehnt erinnern (oder erinnern sollen)? Welche Versprechen verbinden sich mit dieser Epoche? Drückt sich davon etwas in dem Gegenstand aus? Wie? Was ist mit diesen Versprechen passiert? Wurden sie erfüllt, verraten, verdrängt?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Briefing # 5:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Shamsher, Yashoda und Karim sitzen auf dem Boden des Cybermohalla Lab in Delhi. Nangeeta hat letzte Woche Fotos ihrer Strasse gemacht: alle 5 Schritte ein Bild der Wand ihrer Strasse, ganz stur, keine Personen, nur Wand, Spuren Dinge. Jeebesh hat hat zehn davon ausgesucht. Shamsher starrt auf die Fotos, die Anderen im Raum können die Bilder nicht sehen. Jeebesh fragt Shamsher, die Bilder zu beschreiben. Shamsher kriegt kein Wort raus. Jeebesh sagt: Ich sehe auf diesen Bildern sehr viele Menschen&#8230; Dann legt Shamsher los. Er spricht eine Dreiviertelstunde am Stück. Dringt in jede Ritze, jeden Gegenstand ein, decodiert das Vokabular der Stadt, des Viertels.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Würde das in den Strassen Friedrichshafens auch funktionieren? Falls nein, warum nicht? Aber was passiert, wenn Sie eine ähnliche Übung in einem halböffentlichen Raum &#8211; einem Laden oder Cafe machen? Beschreiben/Fotografieren Sie ganz genau, was Sie sehen: Was das Lokal sagen will. Wie kommuniziert es mit der Strasse? Wie wird Atmosphäre erzeugt? Was hören Sie? Belauschen Sie ein Gespräch und schreiben Sie den Dialog ganz genau mit&#8230;.</p>
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